Zwischenraum!

In den Jahren von 1927 bis 1935 nahm Albert Renger-Patzsch (1897-1966) eine umfassende fotografische Serie von Stadtrand- und Haldenlandschaften, Vorstadtsiedlungen, Schrebergärten und Zechenanlagen im Ruhrgebiet auf. Diese Werkgruppe stellt eine der wenigen nicht auftragsgebundenen Arbeiten Renger-Patzschs dar und zeigt die Veränderung von Landschaft durch Industrie. Diese „Ruhrgebietslandschaften“ waren keine Auftragsarbeiten, sondern entstanden frei in zeitlichen und örtlichen Zwischenräumen zwischen seinen Aufträgen. Er fotografierte unterwegs, nebenbei, zwischendurch und auf Reisen.

Der Zwischenraum
In unserem Projektwebsite www.stadtlandbild-zwischenraum.de nehmen wir das Prinzip des „Zwischenraums“ in den Fokus und untersuchen Lücken, Leerzeichen, Leerstellen, Whitespace und Fugen aller Art. Der Zwischenraum als Metapher, der Platz zum Denken und zum Handeln gibt. Der Zwischenraum als höhere Instanz der Vielfältigkeit. Als unklarer oder ungeklärter Ort, bei dem wir eigentlich nicht einmal genau von „Raum“ oder „Nicht-Raum“ sprechen können. Dabei geht es uns nicht nur um den Ort, sondern auch den Moment. Auch wenn Renger-Patzsch seine Fotos immer präzise konstruierte und arrangierte, so sind sie doch wohl auch mal „zwischendrin“ entstanden, situativ und im Anlass (nicht in der Umsetzung) spontan. Damit wäre er modern, sehr modern. Uns interessiert also auch das Prinzip des Nebenbei. Dieses Prinzip erklären wir zu einem Kreativmotor unserer Zeit und zur Keimzelle von Socialmedia.

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